Einmal vorweg genommen, liebe regel- und unregelmaessigen leser, heute ist der 29. januar 2009 und genau heute vor 28 jahren (das ist kein witz) bin ich geboren worden. jetzt eure berechtigte frage: wieso um alles in der welt habe ich an meinem geburtstag nichts besseres zu tun, als euch darueber zu informieren, wies uns so geht?
ich sag nur eins. KUSI. ja, weil der jetzt seinen mittagsschlaf abhalten muss, bin ich gezwungen, mir die zeit selbst zu vertreiben. und da ich kein geld habe, kann ich nicht shoppen gehen und prosecco gibts hier auch keinen. so viel dazu. im uebrigen gibts auch wieder viel zu schreiben.
letztes mal sind wir ja in puno angekommen. und ich konnte endlich meinen kindheitstraum erfuellen und mir den titikaka (hihihihi) see anschauen. Dazu spaeter mehr.
Unser erster ausflug in puno fuehrte uns zu den grabtuermen von sillustani. diese grossen grabtuerme stammen aus verschiedenen kulturen und waren wahrlich imposant anzuschauen. natuerlich wurden in diese tuerme nur die wichtigen leute begraben. aber
wenn man als einfacher mensch glueck hatte, wurde man lebendig mit so einem VIP begraben, um selbst nach dem tod, also nach dem VIP-Tod, dem VIP nahe sein zu koennen. diese grabtuerme hatten auch nur ganz kleine oeffnungen, so dass man einmal drin, nie mehr raus kam. in einem dieser tuerme soll es noch teile einer mumifizierten leiche haben. also haben wir kurzerhand unseren fotoapperat in das grab geschickt, um fuer uns die leichenteile zu fotographieren. so haben wir, allerdings mit viel phantasie, die leichenteile jetzt auf unserem foto.
die leiche!!!
bei diesen grabtuermen haben wir auch zum ersten mal lebendige lamas und alpacas gesehen. (oder waren es nur lamas, oder nur alpacas oder einfach nur vacas?) naja, auf jeden fall mussten wir nach so viel tod ein wenig unser leben feiern. und das machten wir so wie man es im wallis zu machen pflegt, wir stiesssen auf unser leben an, immer mit dem blick gegen osten, denn von da kommt das leben. wir bestellten also zurueck in puno ein grosses bier. und gross bedeutet hier 2,2LITER. keine angst, immerhin haben wir den zu dritt getrunken. und den zweiten und dritten auch. (hihihihihi, nein den dritten nicht. es waren nur zwei). dann kam natuerlich der hunger und wir verschwanden in eine grillbar, wo der service die tiere wohl zuerst noch einfangen musste, bevor sie auf den tisch kamen. (was man hier unter frischen kueche versteht) soll heissen, es ging eine ewigkeit. obwohl, als ich sah, was kusi auf dem teller hatte, da haette ich gerne noch laenger gewartet. CUY!!! also meerschweinschen. und das nicht etwa schoen filetiert, sondern ganz am stueck, mit zaehnen, pfoten, augen und schwanz. nach diesem schrecken musste noch ein pisco sour her, nur um zu vergessen.
am naechsten tag gings dann also endlich auf den titikaka (hihihih) see. wir sahen uns die schwimmenden inseln von uro an. wer sich so eine insel bauen will, hier die bauanleitung (bitte zuerst in der badewanne ausprobieren)
Man nehme die wurzeln des tortoraschilfs und binde sie zu einer etwa acht quadratmetern grossen flaeche zusammen.
darauf staple man den schilf, (den man uebrigens auch essen kann, also wir touristen haben ihn auf anweisung der inselbewohner gegessen, ob sie selbst das schilf essen bezweifle ich, denn dann wuerden sie ja eines tages ihre eigene insel aufessen) auf diese flaeche, bis die insel eine tiefe von 80cm erreicht.
dann baue man wieder mit schilf sich selbst eine kleine strohhuette drauf, ein kleines boot und noch ein groesseres boot und natuerlich noch souveniers fuer die schilf-essenden touris.
aber achtung: so eine insel haelt nur sechs monate, wenn man nicht fleissig schilf stapelt.
so viel zur bauweise. und falls ihr tatsaechlich eine solche insel baut, dann koennt ihr mich einladen und mir eure souveniers verkaufen. denn genau so laeuft das.
wir haben dann aus anstand irgendeinen ramschaschenbecher gekauft, der unsere reise wohl nicht ueberleben wird, aber unser gewissen zumindest beruhigt hat.
kommen wir nun zum zentralen kern dieses blogs. Bolivien? ahaaa... soll heissen, gehen wir noch nach bolivien? ja klar, wieso nicht, da faehrt doch morgens um sieben ein bus hin.
theoretisch ja. praktisch faehrt der bus erst um halb neuen ab. und wir ueberpuenklichen schweizer waren natuerlich ueberpuenklich. und so mussten wir uns auf dem busterminal mehr als eine geschlagene stunde die schlachtrufe der jeweiligen bussgesellschaften anhoeren, wobei eine gesellschaft natuerlich extrem unsere nerven strapazierte. "arequipa, arequipa, arequipa"... drei personen schrien morgens um sieben durch die ganze halle immer wieder "arequipa". fuer mich schon jetzt das unwort des jahres.
endlich! bus da. nix wie rein und richtung peruanisch-bolivianische grenze. dort aussteigen und erst mal den buerokratischen marathon ueberstehen.
1. peruanische migration, zettel im pass abstempeln lassen.
2. peruanische grenzpolizei, natuerlich nicht im selben haus, pass abstempeln und zettel raus aus dem pass.
3. laessig locker ueber die grenze spazieren, von polizisten angehalten werden, mitkommen, einzelverhoer und rucksackdurchsuchung. mich fragten sie, wieviel geld ich bei mir haette und lachten mich aus, als ich ihnen meinen geldbeutel mit etwa 20 ein-dollarscheinen zeigte. der beamte meinte zu mir "seis muy buonita", ich laechelte gequaelt und endlich fertig. bolivien wir kommen.
4. nicht jedoch ohne auf der bolivianischen seite einen neuen zettel fuer den pass zu holen, auszufuellen und endlich
5. in einem anderen buero abstempeln zu lassen.
nun sind wir endlich in la paz.
was nun folgt, kann von denjenigen, die nur wissen wollen, wie es uns geht uebersprungen werden. fuer alle anderen folgt nun eine kleine lobeshymmne auf la paz.
La paz, endlich. du siehst aus, wie ein dreieck auf dem kopf. es spricht fuer dich, dass jede gasse, die runter geht ins zentrum, irgendwann wieder rauf geht, vom zentrum weg.
la paz, du liegst auf 3600 meter hoehe, was mir zeitweise den atem raubt und mich verstehen laesst, warum die FIFA hier internationale spiele verbieten will.
la paz, du bist bezaubernd in deinen engen gaesschen, wo die autos sich stauen und das trottoir nur zum schein existiert.
la paz, deine kleinen viele maerkte, die sich neben den autos die engen gassen erobern, bieten jedem etwas. bunte, typische bolivianische souvenirs, kleider, taschen und schmuck. ramsch bis zum geht nicht mehr, schuhe, t-shirts und sachen fuer den taeglichn nicht-gebrauch. nicht zu vergessen, die lama-embryos auf dem hexenmarkt, dort wo alle alte coca-kauenden frauen mischungen und tote tiere anbieten, damit wir alle etwas gluecklicher werden, besonders sie selbst.
la paz, du hast uns sogar boliviens praesi, evo morales, gezeigt. auf dem plaza de murillo. dort wo am 28. januar, vor 199 jahren, der freiheitskaempfer murillo gehaengt wurde. doch morales war nur dort, um ein paar autos fuer die polizei einzuweihen.
la paz, du hast es mir angetan, doch mehr als so lange moechte ich nicht bei dir sein.
in diesem sinne, the show must go on.
