Samstag, 21. Februar 2009

machu-oh-gott-picchu

hola amigos
wir habens getan. wir haben uns den "heiligen berg" perus angsehen, ohne den eine peru -reise nicht eine vollstaendige peru-reise waere. alle, die schon mal da waren, werden jetzt also in ihre eigene vergangenheit mitgenommen und alle, die noch nie da waren, koennen selbst entscheiden, was sie von diesem picchu halten wollen.
vorweg einmal unser reise nach aguas calientes. dieses verschlafene und nur von touristen belebte doerfchen ist die ausgangsstation fuer machu picchu. erreichbar ist dieses aguas calientes nur mit dem zug, sprich mit tren peru. und tren peru ist ein richtiger saftladen. dort gibt es zuege nur fuer touristen und zuege nur fuer einheimische. und die fuer touristen sind natuerlich fuenfmal so teuer, wie die fuer einheimische. einmal aguas calientes und zurueck kostet 96$. aha, haben wir uns gedacht, das geht schon mal gar nicht. also haben wir eine alternative gesucht und gefunden. in zwei tagen sind wir ueber ollanta, santa maria und santa theresa nach aguas calientes gereist. das heisst, am ersten tag sind wir mit dem bus nach ollanta gefahren fuer umgerechnet 7 $. in ollanta gibts naemlich auch eine wunderschoene inkaruine. und die haben wir uns in den spaeten abendstunden angesehen, ohne touristen, denn die waren alle schon wieder weg (hehehehe). am zweiten tag wollten wir den naechsten bus nach santa maria nehmen. doch wie das so ist in peru, es funktioniert nicht immer alles so , wie es sein soll und so kam der bus einfach nicht. wir haben auf unserer ersten teilstrecke drei amis kennengelernt und so schlossen wir uns zusammen zum unternehmen "wie kommen wir am besten nach santa theresa". auf dem marktplatz von ollanta wollten uns verschiedene taxifahrer zu verschiedenen preisen mitnehmen. wir stritten um jeden cent und jeden kilometer. schlussendlich fuhren wir fuer 14$ pro person nach santa theresa und diese fahrt wurde zum reinsten abenteuer oder desaster, wie ich es nennen wuerde. es begann friedlich auf einer schoen geteerten strasse einen pass hinauf. wir passierten ein schild mit dem hinweis "hier beginnt die nebelzone" und direkt dort begann sie auch. gesehen hat man nichts mehr und irgendwie wissen die taxifahrer in peru nicht, wo man im auto das licht einschaltet. kurz nachdem wir die passhoehe erreicht hatten und es wieder abwaerts ging, hoerte auch schon die schoen geteerte strasse auf und wir fuhren auf einem landweg mit rasanter geschwindigkeit den berg hinunter. immerwieder ueberquerten wir kleine fluesse, die sich ihren eigenen weg vom pass hinunter suchten. langsam verliessen wir auch die nebelzone und fanden uns in tropischen gefilden wieder. was nicht heisst, dass die strasse besser wurde. als wir endlich den berg hinter uns hatten, vor lauter schlagloecher machten wir uns schon sorgen um unseren wagen, erreichten wir endlich santa maria. doch eine erleichterung war das nicht, denn es ging noch weiter nach santa theresa und diese strasse war noch schlimmer. links von uns gings den berg hinunter, schlagloecher wechselten sich mit wasserloecher ab und immer wieder fanden wir uns im schlamm wieder. die strasse war gerade breit genug fuer ein auto. wie unser taxi dort noch ueberholt hat, fragen wir uns heute noch. an einer stelle war die strasse von einer schlammlawine verschuettet und wir dachten schon, jetzt gehts nicht mehr weiter, denn in unserem taxi drehten nicht nur die raeder durch. also hiess es alle aussteigen und steine auf den schlamm werfen, damit das taxi eine gewisse haftung hat, wenn es in vollem karacho ueber die schlammlawine kracht. geschafft. irgendwann, nach weiteren schlagloechern und schlammstellen erreichten wir endlich santa theresa. doch wir wollten ja nach aguas calientes. jetzt kam der sportliche teil, denn von santa theresa kann man dem bahngleis entlang laufen und erreicht in zweieinhalb stunden aguas calientes. easy, das schaffen wir auch noch, zumal es nur immer geradeaus ging. doch, meine lieben, es hat geregnet und nach zwanzig minuten war ich nass und nass und nass. irgendwie haben wir es geschafft. endlich in diesem doofen aguas calientes und endlich in einem doofen hotel, das noch nicht ganz fertig gebaut war und so feucht war, dass unsere kleider selbst nach zwei tagen noch nicht trocken waren. naja, dachten wir, der machu picchu wird uns schon fuer alles entschaedigen.
am naechsten morgen gings um halb sechs mit dem ersten bus auf machu picchu und wir waren natuerlich nicht die einzigen. schon um fuenf uhr bildetet sich eine lange schlange mit hibbeligen und halb verschlafen touris in sandalen und bergschuhen. wir gehoerten zur gruppe halbverschlafen in bergschuhen. also nichts wie rauf auf den picchu. endlich oben angekommen, stellten wir uns der naechsten herausforderung. wer die bilder von machu picchu kennt, kennt auch den berg, der auf jeden foto zu sehen ist. (wer die bilder nicht kennt, soll gefaelligst im internet nachschauen, denn ich schreibe mir nicht die finger wund fuer diejenigen von euch, die sich nichts darunter vorstellen koennen). also auf diesen berg lassen sie pro tag nur 400 leute, der berg heisst uebrigens wayna picchu. darum stressten zuerst einmal alle durch die wunderbaren und noch absolut ohne von touristen belagerten ruinen, um sich am eingang zum wayna picchu ein ticket zu holen, damit sie in sandalen oder bergschuhen den berg hinauf krakseln koennen. wir, dass muss ich zugeben, haben uns auch in diese schlange eingereiht. und wir waren nummer 273 und 274. juhuuuiiiii. wir haben uns fuer zehn uhr angemeldet. (kopfschuetteln erlaubt, wer meldet sich freiwillig an um einen berg hoch zu laufen). wohlgemerkt, jetzt war es erst knapp halb sieben in der frueh. also begannen wir unseren eigenen rundgang durch die sagenumwobenen ruinen von machu picchu. und ich muss sagen, es ist schon eindruecklich. dort oben erlebt man eine eigene welt und eine kleine suesse und vor allem gut erhaltene inkastadt. (hoffentlich gut erhalten, der eintritt kostet schliesslich auch 40$) wir versuchten so gut es geht, den vielen touristengruppen auszuweichen und erlebten so unseren eigenen machu picchu. natuerlich schossen wir ein paar hundert postkarten fotos.
um zehn uhr gings dann endlich auf den wayna picchu. ich kann euch sagen, wer in den bergen oder zumindest in der naehe von bergen aufgewachsen ist und jeden sommer die wanderschuhe anziehen "durfte", der hoert gar nicht mehr auf mit kopfschuetteln. in 45-60min soll man auf dem wayna picchu sein. es ist ein schmaler weg, mit engen steintreppen oder sowas das aussieht wie eine steintreppe und es herrscht reger verkehr. denn als wir rauf wollten, wollten natuerlich viele runter. man sah alles, japaner, die fuenf minuten den berg rauf rannten, um dann zwanzig minuten zu rasten, bevor es wieder fuenf minuten zu rennen gab, wohlgeformte (also eigentlich ziemlich dicke) menschen, die etwas breiter als der schmale pfad waren und an denen man natuerlich nicht vorbei kam, selbst wenn sie wie ein haeuffchen elend nach luft schnappten, sissis und machos, die noch nie im leben bergschuhe gesehen haben und mit converse schuhen den berg hinunter rutschen und dann sah man noch uns, gut konditioniert mit guten wanderschuhen ausgestattet, in einem angenehmen tempo den berg hinauf wandern. oben angekommen, wars den ganzen stress schon wert, vor allem weil wir uns noch wie indiana jones vorkamen, als wir uns durch eine kleine hoehle voller wasser zwaengten im bewusstsein, dass die wohlgeformten menschen da nicht durchpassen.
alles in allem wars ein schoener tag und wir haben gesehen, was man in peru sehen muss. den tag kroenten wir mit einem bad in aguas calientes. also in warmen quellen in aguas calientes.
der rueckweg gestaltete sich so wie der hinweg, laufen und durch schlagloecher fahren. zum glueck gibts in cusco an jeder ecke eine dame, die dich massieren will, denn wir wurden im bus so durchgeschuettelt, dass wir glatt als martini geschuettelt und nicht geruehrt durchgehen konnten. apropos martini, den trinkt man hier am besten nicht. fuer weitere infos kusi fragen.
immerhin hatten wir so unseren eigenen incatrail und die tren peru hat keinen cent von uns gesehen. so geht das.
fuers erste haben wir genug von steinen und ruinen und vor allem von touristen. darum gehts jetzt mal zu den moskitos in den urwald.
hat mich gefreut, bis bald.

Montag, 9. Februar 2009

hector oder der salar von uyuni

hey ist das lange her!!!
wir sind wieder in la paz. doch dazwischen liegen einige interessante geschichten. hier eine kurze zusammenfassung der letzten ereignisse, die eigentlich nichts mit dem heutigen blog zu tun haben.
wir konnten la paz natuerlich nicht verlassen, ohne auf das hoechstgelegene skigebiet der welt zu "wandern". obwohl eigentlich "skisaison" ist in bolivien (was fuer ein witz), von schnee und tragischerweise auch von dem sagenumwobenen gletscher (heisst uebrigens chalcaltaya) keine spur. liegt das vielleicht an der ebenfalls sagenumwobenen klimaerwaermung, die es eigentlich gar nicht gibt? mit einem kleinen VW bus gings also halsbrecherisch auf ueber 5000 meter hoehe. neben duenner luft erwartete uns auch die skihuettedes bolivianischen skiclubs (was fuer ein witz. hat je einer von euch einen bolivianer bei der lauberhorn abfahrt gesehen?) wir schnauften uns hinauf zum hoechsten punkt und genossen die aussicht auf gruene seen und fast blutroten seen (da ist eben eisen drin) und auf ein fabelhaftes panorama.


weiter in der zusammenfassung. naechste station war potosi. doch das leh wer la si. naechste stations sucre. hauptstadt boliviens und fuer uns drei tage lang ein bischen heimat. da wir in einem niedlichen backpacker landeten unter schweizerisch franzoesischer leitung, mit kueche zum benutzen. erwaehnenswert, in sucre hat gerade der karneval begonnen und anstatt mit konfetti, werfen die hier mit wasserballons und gringos, wie wir sind ein beliebtes ziel. so viel dazu. wer mehr infos will, der soll doch eine email schreiben.

kommen wir nun zum eigentlichen thema unseres blog. salar von uyuni. hier vorweg, wir machten eine dreitagestour in den salar, was soviel wie riesige salzpfanne heisst, oder poetischer ausgedrueck, weisses meer.
folgende beschreibung widme ich hector. hector war unser fahrer. hier die noetigsten daten.

alter; 36 jahre, taetig als fahrer seit 21 jahren (konnte der mit 15 also schon autofahren?) musicstil: etwas zwischen saturday night fever und bolivianischem bollywood, auto: der aelteste jeep ueberhaupt. beste eigenschaft: er ist der schnellste. und genau darum lieben wir ihn. wir waren eine truppe von sechs leuten. am ersten tag gings ueber einen eisenbahnfriedhof also zum salar. dieses weisse meer ist etwa 160km lang und 135km breit. ich habe in meinem leben so was noch nie gesehen. (dieser spruch erscheint spaeter nochmals) ueberall weiss und am horizont trifft sich dieses weiss mit dem glasklarem himmelblau. durch dieses endlose weiss konnte man lustige fotos machen. so wie dieses.

mitten in dieser salzwueste gabs dann noch so eine kleine insel, die voll von kakteen war (ich hoffe mal, dass wenn gott einmal auf die erde kommt, dass er nicht drauftritt, denn sonst aua). von da an gings in rasantem tempo nach san juan. man muss sich das so vorstellen. bis zu 20 verschiedene jeeps fahren taeglich diese tour. es hat also an jedem spot jede menge jeeps und noch mehr gringos. uebrigens alle natuerlich echt doof, im gegensatz zu uns. wir starteten also in etwa zur gleichen zeit wie alle anderen und wir hatten auch alle das selbe ziel. nur und jetzt schick ich zum ersten mal ein kuesschen in den himmel, auf das es hector erreichen moege, wir waren mehr als eine stunde vor allen anderen am ziel, sprich bei unserer ersten schlafstaette. wir fuhren rasant auf "strassen", die bei uns nicht mal als schlecht gewartet wanderwege durchgehen wuerden. in san juan erwartet uns ein kleines hostel, das komplett aus salz gebaut war. wir goennten uns ein bierchen oder zwei, spielten karten und fuehlten uns schon heimisch, als die anderen erst ankamen.

am zweiten tag gings morgens um acht uhr, uebrigens eine stunde spaeter als alle anderen, zu verschiedenen lagunen mit verschiedenen flamingos. unser zweites nachtlager erreichten wir natuerlich wieder ueber eine stunde frueher als alle anderen. die lagune colorado. diese liegt auf 4275 meter. adolf unser fueher beschreibt die lagune folgendermassen:" das wasser des ca. 60qkm grossen sees ist aufgrund kupferhaltigen mineralien roetlich gefaerbt, doch man sieht auch algengruen und weisse borax inseln. zusammen mit dem blau des himmels und dem gelbfarbenen andengras eine tolle farbpalette. eingerahmt von vulkanen und schneebedeckten berggipfeln eine einmalige szenerie." ich fuege hinzu: das blass leuchtente rosa der flamingos vervollstaendigte dieses atemberaubende bild, das mit worte nicht zu beschreiben ist, mich jedoch tief in meinem herzen immer begleiten wird. dank hector konnten wir dieses erlebnis fuer uns allein geniessen, da alle anderen doofen jeeps mit doofen gringos noch nicht da waren.


nach einer schlaflosen nacht und einem abscheulichen klo, dass im laufe der nacht nicht sauberer wurde, gings morgens um fuenf uhr, hector sei danke eine stunde spaeter als alle anderen, zu den geysiren von sol de manana. hector ueberholte sie alle und lachte dabei zum takt seines bollywood liedes, dass zum 150mal lief seit wir gestartet sind. praktisch als erste erreichten wir beim erwachen des tages die geysire. hier sage ich nur folgendes "siehe satz oben" (so was hab ich meinen leben noch nie gesehen). es stimmte alles. das licht, die dampfenden erde, die komplette stimmung.
weiter gings im eiltempo zu den thermas de chalviri. und jetzt kuess ich hector in gedanken nochmal und nochmal. als wir ankamen, war die sonne noch nicht richtig aufgegangen, die warme quelle lag menschenleer vor. es war kalt, aber die fast 40 grad der quelle lockten uns dennoch aus unseren kleidern. nur kusi und ich (und irgendso ein bloeder deutscher, den ich schnell vergesse) trauten uns in die quelle. kusi und ich genossen fast zwanzig minuten allein im wasser und betrachteten die aufgehende sonne. einzig gefehlt in diesem magischen moment hat ein glas prosecco. aber eben, es geht nicht immer nur um alkohol.
dann gabs fruehstueck und dann kamen die anderen doofen jeeps mit den anderen doofen gringos und die quelle war schnell ueberbevoelkert.

das letzte highlight war die lagune verde auf 4350 meter hoehe. hier lass ich mal das bild sprechen.


schlussendlich gings wieder zurueck nach uyuni und mit dem nachtbus nach la paz.
ich weiss, liebe leser, diesmal wars etwas schwaermerisch und bildlastig. aber erstens ist es saukalt hier am pc und zweitens sollt ihr ja auch ein bisschen neidisch sein auf uns. aber ich verspreche euch, bald gibts eine kleine zwischenbilanz mit pikanten stories, wo ihr sicher denken werdert, zum glueck bin ich in der schweiz, wo alles seine richtigkeit hat.
hat mich gefreut, bis bald.