grunz grunz ihr lieben
vorweg soll hier ein fuer alle mal klar gemacht werden, WIR SIND GESUND UND HABEN VOR ES AUCH ZU BLEIBEN.
den lieben schweinen zum trotz sind wir in mexiko angekommen (also eigentlich schon vor zwei wochen, aber die schweine haben die leitungen blockiert). mexiko city befand sich zu der zeit noch nicht im schweinefieber. wir haben ein nettes kleines quartier gefunden und so einen schoenen und gemuetlichen start in mexiko erlebt. ergriffen von kunst und revolution und wohl auch weils in unserer naehe lag, besuchten wir das haus von frida khalo und das des trotzigen trotzky (kusi, schribt mu das wirkli so?) (ja raffi, das schribt jede es biz anderscht, geit schu ;-) kuss) ooohhh uuhhh wie geschichtstraechtig wandelten wir ueber die selben steine wie frida und wie ergriffen wagten wir es kaum die einschussloecher in trotzkys haus zu beruehren.
danach tingelten wir ein wenig von mexiko the city weg richtung puebla, cholula und xalapa (sprich chalapa) cholula hat uebrigens 365 kirchen oder waren es 365 tuerme von etwas weniger kirchen? wir haben glaub ich zwei gesehen und vom gold der "inneren werte" der kirche geblendet, haben wir uns dann dem gold in der flasche zugewandt. in puebla haben wir... (kusi, was hei wer in puebla scho wider gmacht?) also schweine haben wir keine gesehen. ach ja, da war ein schoener flohmarkt und ganz nette strassen und gassen und eine wirklich nette stimmung.
xalapa sollte nach humbolt eine der schoensten flecken auf der welt sein. doch 1840, als dieser humbug, aeh humbolt da war, lebten wohl noch keine 400 000 menschen dort (schweine nicht mitgezaehlt). es war eng und laut und viel verkehr. doch xalapa bleibt uns in erinnerung als ausgangsort nach xico (sprich chiggo). dort fanden wir abseits des malerischen doerfchens zwei wasserfaelle, die zwar nicht durch ueberwaeltigung glaenzten, jedoch vollkommen unberuehrt vom strom moeglicher touristen friedlich vor sich hin plaetscherten. fuer uns eine magische abwechslung zu den engen strassen von xalapas.
ihr seht, bis dahin haben wir den richtigen "burner" noch nicht erlebt. aber wir sind auf bestem weg dorhin. gerade gestern haben wir uns einen kindheitstraum erfuellt. wir haben die maya ruinen von uxmal (sprich uschmal, also so wie chusch mal) besucht. wahnsinnig! ich hab noch nie pyramiden gsehen und jetzt standen wir vor der pyramide des zauberers und wussten nicht recht, ob das nun realitaet war oder nur ein indiana jones film (da gibts ja immer pyramiden mit vielen stufen, wo dann der harrison rauf und runter rennt). angeblich ist die pyramide in einer nacht entstanden, darum der name pyramide des zauberers. da hat der wohl noch schwein gehabt, so geschwind wie der war. wir haben uns in der hitze des tages alle zeit genommen, die uns erlaubt war und haben uns die ruinen genau angesehen. auf eine pyramide konnte man sogar hinauf laufen, wie der harrison. natuerlich war die pyramide uebervoelkert von touristen. doch wir liessen uns oben nieder und bestaunten einfach nur die aussicht auf diese wahnsinnigen gebaeuden, die schon so lange vor uns entstanden sind. und auf einmal, stille! wir schauten rechts und links von uns - keine menschenseele stand auf der plattform der pyramide. wir hatten unseren eigenen magischen moment. und wenn jetzt noch die sonne durch das mystische loch in der mitte ihren strahl geworfen haette, dann haetten wir wohl ein schwein geopfert und das blut die 100 stufen hinabfliessen lassen. aber so schnell, wie der moment gekommen ist, so schnell wurde von weiteren touris zertrampelt. so ist das eben.
nun zum schluss, ihr seht das genau richtig, dass diese geschichten nicht viel mit heldenmut zu tun haben. und wenn doch in iregendeiner art und weise etwas heldenhaftes an dieser geschichte zu sein scheint, dann waere es wohl sehr klaeglich.
nein, die wirkliche heldengeschichte spielte sich in einem fernen land namens ecuador ab. und an dieser stelle lassen wir den helden doch selbst zu wort kommen. auf dass er euch erfreuen moeget. Kusi, ich bitte euch:
ja das war so, wir waren also in diesem quito, waren bei stroemendem regen angekommen, natuerlich zwei stunden spaeter als man uns gesagt hat (in ecuador muss man zu der fahrzeit, die einem am schalter angegeben wird, immer noch zwei stunden hinzuzaehlen, dann kommts etwa hin), und fanden in einem netten backpacker's unterschlupf. am zweiten tag fuhren wir mit dem trolleybus in die neustadt, um unsere buecher zu tauschen. wir fanden dann in einem secondhandbuecherladen tatsaechlich deutsche buecher, worauf uns der besitzer riet, ein los zu kaufen, heute sei wohl unser glueckstag. oder auch nicht: beim zahlen merkte ich, dass mein portemonnaie fehlte. ich hatte zwar aus angst vor taschenaufschlitzern auf meinen rucksack gut achtgegeben, aber dabei wohl meinen hosensack vernachlaessigt. oder doch glueckstag? im portemonnaie befanden sich gerade mal knapp 1.50. naja, darauf gings weiter, mit sack und pack, in die altstadt, wo mir was auf den rucksack tropfte. ich dachte mir erst nichts dabei, dann kam ein freundlicher herr mit papiernastuechern, um das abzuputzen. die leute waren ploetzlich so freundlich. hmmm - der farbtrick? jemand beklekert dich, ein anderer putzt dich, und am schluss ist dein portemonnaie weg? ists ja eh schon. wie konnte der ueberhaupt von vorne meinen den fleck hinten am rucksack sehen? und wieso besteht er darauf, dass das eine taube war? das waere wohl eine ziemlich grosse taube gewesen, und der kot sah WIRKLICH mehr nach farbe aus. die alarmglocken klingelten, die leitung war nicht allzuschnell, da rief raffa: "wosch der rucksack?!" der war naemlich weg, und ploetzlich auch die hilfsbereiten leute. ausser einer, der zeigte mir die richtung, wo der dieb hingelaufen war. ich also los, um die ecke schaue -nichts. die helfende hinweisende hand gehoerte auch zur bande. alles weg, nichts wertvolles, aber das wichtigste: die tagebuecher, die lesebuecher, die unterwasserfotots von den galapagos - alles unersetzbar. da kam ein junge um die ecke geflitzt, er wies mit der hand in die andere richtung, worauf ich wieder losrannte. seit dem raub waren da vielleicht 20 sekunden vergangen. so rannte ich die strasse rauf, einem weiteren fingerzeig nach, blieb stehen und sah: einen typen mit einer jacke ueber dem arm, und darunter lugte ein schwarzer baendel eines rucksacks hervor - MEINES rucksack. so rannte ich weiter, auf ihn zu, und stiess ihn heftig gegen die wand, worauf er augenblicklich den rucksack los liess. ich war so froh um den rucksack, dass ich all meine vorsaetze vergass, was ich tun wuerde, wenn ich einmal so einen dieb in die finger bekaeme. meine kungfu attacken blieben demnach aus und der dieb schlenderte davon. im nachhinein denke ich, haette ich ihn packen sollen, bis die polizei kam, dann wuerden vielleicht andere touris nicht ausgeraubt. andererseits: die bande bestand aus genug leuten.
nun ja, ich machte mich dann also auf den rueckweg, stolz mit meiner beute ueber die schulter gehaengt, und mit einem puls von mindestens 180. es dauerte lannge, bis ich ruhiger wurde, und mein puls steigt noch jetzt, wenn ich zu sehr daran denke. jedenfalls war das meine heldentat, und wir waren froh, quito zu verlassen, wo wir zweimal beraubt wurden und uns 1.50 $ und ein portemonnaie abhanden gekommen sind.
alles in allem also schwein gehabt.
wir verabschieden uns und wems zu langweilig war, der kann ja mal nachzaehlen, wie viele schweine in unserem blog vorgekommen sind.
