Dienstag, 28. April 2009

heldenmut und schweinepest

grunz grunz ihr lieben
vorweg soll hier ein fuer alle mal klar gemacht werden, WIR SIND GESUND UND HABEN VOR ES AUCH ZU BLEIBEN.
den lieben schweinen zum trotz sind wir in mexiko angekommen (also eigentlich schon vor zwei wochen, aber die schweine haben die leitungen blockiert). mexiko city befand sich zu der zeit noch nicht im schweinefieber. wir haben ein nettes kleines quartier gefunden und so einen schoenen und gemuetlichen start in mexiko erlebt. ergriffen von kunst und revolution und wohl auch weils in unserer naehe lag, besuchten wir das haus von frida khalo und das des trotzigen trotzky (kusi, schribt mu das wirkli so?) (ja raffi, das schribt jede es biz anderscht, geit schu ;-) kuss) ooohhh uuhhh wie geschichtstraechtig wandelten wir ueber die selben steine wie frida und wie ergriffen wagten wir es kaum die einschussloecher in trotzkys haus zu beruehren.
danach tingelten wir ein wenig von mexiko the city weg richtung puebla, cholula und xalapa (sprich chalapa) cholula hat uebrigens 365 kirchen oder waren es 365 tuerme von etwas weniger kirchen? wir haben glaub ich zwei gesehen und vom gold der "inneren werte" der kirche geblendet, haben wir uns dann dem gold in der flasche zugewandt. in puebla haben wir... (kusi, was hei wer in puebla scho wider gmacht?) also schweine haben wir keine gesehen. ach ja, da war ein schoener flohmarkt und ganz nette strassen und gassen und eine wirklich nette stimmung.
xalapa sollte nach humbolt eine der schoensten flecken auf der welt sein. doch 1840, als dieser humbug, aeh humbolt da war, lebten wohl noch keine 400 000 menschen dort (schweine nicht mitgezaehlt). es war eng und laut und viel verkehr. doch xalapa bleibt uns in erinnerung als ausgangsort nach xico (sprich chiggo). dort fanden wir abseits des malerischen doerfchens zwei wasserfaelle, die zwar nicht durch ueberwaeltigung glaenzten, jedoch vollkommen unberuehrt vom strom moeglicher touristen friedlich vor sich hin plaetscherten. fuer uns eine magische abwechslung zu den engen strassen von xalapas.
ihr seht, bis dahin haben wir den richtigen "burner" noch nicht erlebt. aber wir sind auf bestem weg dorhin. gerade gestern haben wir uns einen kindheitstraum erfuellt. wir haben die maya ruinen von uxmal (sprich uschmal, also so wie chusch mal) besucht. wahnsinnig! ich hab noch nie pyramiden gsehen und jetzt standen wir vor der pyramide des zauberers und wussten nicht recht, ob das nun realitaet war oder nur ein indiana jones film (da gibts ja immer pyramiden mit vielen stufen, wo dann der harrison rauf und runter rennt). angeblich ist die pyramide in einer nacht entstanden, darum der name pyramide des zauberers. da hat der wohl noch schwein gehabt, so geschwind wie der war. wir haben uns in der hitze des tages alle zeit genommen, die uns erlaubt war und haben uns die ruinen genau angesehen. auf eine pyramide konnte man sogar hinauf laufen, wie der harrison. natuerlich war die pyramide uebervoelkert von touristen. doch wir liessen uns oben nieder und bestaunten einfach nur die aussicht auf diese wahnsinnigen gebaeuden, die schon so lange vor uns entstanden sind. und auf einmal, stille! wir schauten rechts und links von uns - keine menschenseele stand auf der plattform der pyramide. wir hatten unseren eigenen magischen moment. und wenn jetzt noch die sonne durch das mystische loch in der mitte ihren strahl geworfen haette, dann haetten wir wohl ein schwein geopfert und das blut die 100 stufen hinabfliessen lassen. aber so schnell, wie der moment gekommen ist, so schnell wurde von weiteren touris zertrampelt. so ist das eben.
nun zum schluss, ihr seht das genau richtig, dass diese geschichten nicht viel mit heldenmut zu tun haben. und wenn doch in iregendeiner art und weise etwas heldenhaftes an dieser geschichte zu sein scheint, dann waere es wohl sehr klaeglich.
nein, die wirkliche heldengeschichte spielte sich in einem fernen land namens ecuador ab. und an dieser stelle lassen wir den helden doch selbst zu wort kommen. auf dass er euch erfreuen moeget. Kusi, ich bitte euch:
ja das war so, wir waren also in diesem quito, waren bei stroemendem regen angekommen, natuerlich zwei stunden spaeter als man uns gesagt hat (in ecuador muss man zu der fahrzeit, die einem am schalter angegeben wird, immer noch zwei stunden hinzuzaehlen, dann kommts etwa hin), und fanden in einem netten backpacker's unterschlupf. am zweiten tag fuhren wir mit dem trolleybus in die neustadt, um unsere buecher zu tauschen. wir fanden dann in einem secondhandbuecherladen tatsaechlich deutsche buecher, worauf uns der besitzer riet, ein los zu kaufen, heute sei wohl unser glueckstag. oder auch nicht: beim zahlen merkte ich, dass mein portemonnaie fehlte. ich hatte zwar aus angst vor taschenaufschlitzern auf meinen rucksack gut achtgegeben, aber dabei wohl meinen hosensack vernachlaessigt. oder doch glueckstag? im portemonnaie befanden sich gerade mal knapp 1.50. naja, darauf gings weiter, mit sack und pack, in die altstadt, wo mir was auf den rucksack tropfte. ich dachte mir erst nichts dabei, dann kam ein freundlicher herr mit papiernastuechern, um das abzuputzen. die leute waren ploetzlich so freundlich. hmmm - der farbtrick? jemand beklekert dich, ein anderer putzt dich, und am schluss ist dein portemonnaie weg? ists ja eh schon. wie konnte der ueberhaupt von vorne meinen den fleck hinten am rucksack sehen? und wieso besteht er darauf, dass das eine taube war? das waere wohl eine ziemlich grosse taube gewesen, und der kot sah WIRKLICH mehr nach farbe aus. die alarmglocken klingelten, die leitung war nicht allzuschnell, da rief raffa: "wosch der rucksack?!" der war naemlich weg, und ploetzlich auch die hilfsbereiten leute. ausser einer, der zeigte mir die richtung, wo der dieb hingelaufen war. ich also los, um die ecke schaue -nichts. die helfende hinweisende hand gehoerte auch zur bande. alles weg, nichts wertvolles, aber das wichtigste: die tagebuecher, die lesebuecher, die unterwasserfotots von den galapagos - alles unersetzbar. da kam ein junge um die ecke geflitzt, er wies mit der hand in die andere richtung, worauf ich wieder losrannte. seit dem raub waren da vielleicht 20 sekunden vergangen. so rannte ich die strasse rauf, einem weiteren fingerzeig nach, blieb stehen und sah: einen typen mit einer jacke ueber dem arm, und darunter lugte ein schwarzer baendel eines rucksacks hervor - MEINES rucksack. so rannte ich weiter, auf ihn zu, und stiess ihn heftig gegen die wand, worauf er augenblicklich den rucksack los liess. ich war so froh um den rucksack, dass ich all meine vorsaetze vergass, was ich tun wuerde, wenn ich einmal so einen dieb in die finger bekaeme. meine kungfu attacken blieben demnach aus und der dieb schlenderte davon. im nachhinein denke ich, haette ich ihn packen sollen, bis die polizei kam, dann wuerden vielleicht andere touris nicht ausgeraubt. andererseits: die bande bestand aus genug leuten.
nun ja, ich machte mich dann also auf den rueckweg, stolz mit meiner beute ueber die schulter gehaengt, und mit einem puls von mindestens 180. es dauerte lannge, bis ich ruhiger wurde, und mein puls steigt noch jetzt, wenn ich zu sehr daran denke. jedenfalls war das meine heldentat, und wir waren froh, quito zu verlassen, wo wir zweimal beraubt wurden und uns 1.50 $ und ein portemonnaie abhanden gekommen sind.
alles in allem also schwein gehabt.
wir verabschieden uns und wems zu langweilig war, der kann ja mal nachzaehlen, wie viele schweine in unserem blog vorgekommen sind.

Sonntag, 12. April 2009

von seeloewen und hippis

ja ihr lieben, da sind wir wieder auf dem festland, obwohl dieses land nach einigen caipiriñas auch nicht mehr so fest ist. doch dazu spaeter....

wie war denn galapagos? fast nicht zahlbar und unbereubar schoen. wir haben uns, da wir ja zu viel geld besitzen eine acht-tages-tour gegoennt auf einem kleinen schiff fuer maximum zehn passagiere. luxus gabs da eigentlich keinen. die kabinen waren eng, aber das essen ecuadorianisch gut und zumindest frisch und liebevoll auf kolumbianische art zubereitet.

unser erster kontakt mit den bewohnern der inseln fand schon am ersten tag statt. wir trafen noch so fellig grosse schildkroeten in freier wildnis, die zwar ziemlich schuechtern waren, aber mit einer papaya konnte man sie aus der reserve, beziehungsweise aus dem haeuschen locken. fuer uns stellte schon diese begegnung der besondern art ein highlight dar. doch das war noch gar nix. nur so ueber den daumen gerechnet, haben wir in diesen acht tagen an die 400 fotos gemacht, plus 54 mit einer unterwasserkamera beim schnorcheln.
ich mach mal einen vorschlag. anstatt dass ich euch jetzt von a bis z alles erzaehle und ihr in sechs wochen, wenn wir zurueck sind, vor neid nicht mehr mit mir sprecht, zitiere ich nun ein paar poetisch eingaengige zeilen aus meinem intimen tagebuch. darauf koennt ihr euch etwas einbilden.

Sombrero Chino:
"Dort erlebten wir neben tuerkisfarbigem wasser, weissen sandstrand, schwarze felsen, jede menge pinguine, die kleinsten auf der welt, seeloewen und iguanas. und das alles entweder vom boot aus oder aus direkter naehe eins zu eins. obwohl das wetter nicht sein schoenstes laecheln zeigte, zauberte es eine magisch schoene stimmung zwischen himmel und meer. danach gings zum schnorcheln. neben zahlreichen fischen und ganzen fischschwaermen begleitete uns ein haifisch und ein paar seeloewen. wir sahen marine iguanas, die wie dinisaurier, oder wie kusi meint wie gozilla unter wasser an den steinen klebten. (war gozilla je im wasser?)"

Isla bartolome:
"wir besuchten das postkartenbild der galapagosinseln. es befindet sich auf der isla bartolome und nennt sich pinnacle rock (ja wir haben etwa 15 fotos davon gemacht). der anblick dieser vom vulkan geformten landschaft ueberzeugt jede postkarte und nahm mir fast den atem. das meer ist tuerkisfarbend und der sandstrand strahlt goldig gelb. der himmel im schoenstem himmelblau und die umgebung trockensandig."
"nachdem wir den anker gelichtet hatten, gings richtung freiheit weiter, der sonne drehten wir den ruecken zu. vor uns tauchte ploetzlich ein rudel delphine auf. mit der abendsonne schwammen sie mit uns ein weilchen mit, bis sie wieder verschanden. was zurueckblieb, war eine einzige glueckliche traene, die langsam ueber meine wange kullerte."

isla seymour norte:
"begruesst wurden wir von einer seeloewenfamilie als wir an land gingen. da die gegend ziemlich trocken ist, gibts hier jede menge iguanas. und die insel ist auch ein beliebter balz, kuschel und gebaer platz fuer mein absolutes lieblingstier auf den inseln. der blue-footed-booby. ich liebe diese voegel mit ihren knatschblauen fuessen. wir sahen ihnen beim balzen zu. und jetzt aufgepasst maenner, da koennt ihr noch was lernen. das weibchen ist etwas groesser als das maennchen. darum stehen die maennchen bei der werbung immer auf einem stein. dabei taenzeln sie auf ihren knatschblauen fuesschen herum, strecken ihre geflieder und geben hoechst erotische geraeusche von sich. normalerweise stehen da so drei maennchen um ein weibchen. das weibchen schaut sich die jeweiligen bewerber an und vor allem den platz, den sie sich ausgesucht haben, denn dort wird nacher nicht nur liebe gemacht, sonder auch das ei gelegt und bewacht. wenn ein weibchen interesse zeigt, dann rueckt das maennchen ein geschenk heraus, das, so kennen wir frauen das ja, nicht gerade ein diamantbesetzter ring ist, sondern ein strohhalm (an dem wir frauen uns verkrampft festhalten und tatsaechlich glauben, dass es eines tages ein diamantring wird). nur zu recht, sind die meisten weibchen mit diesem geschenk nicht zufrieden (das kennen wiederum die maenner unter euch) und sucht sich einen anderen. das ganze balz-ding dauert 30min, das vergnuegen danach nur drei sekunden. naja..."

"beim schnorcheln gingen wir auf tauchstation mit den seeloewen. einer hat kusi sogar in die flossen gebissen. also der seeloewe hat gebissen und kusi hat gegluckst. es ist wahnsinnig, wie elegant die 100kg schweren tiere im wasser sind und vor allem wie schnell. daneben erlebten wir fischschwaerme, die den meeresboden wie einen teppich belegten und verdunkelten. doch dazwischen schwammen viele bunte fischchen und machten uns staunend gluecklich."

"der himmel strahlte bei untergehender sonne violet und kusi und ich schwammen mit schnorchel und flossen ausgeruestet vom strand dem boot entgegen. und da kamen, die zauberhaften, eleganten schildkroeten und begleiteten uns auf unserem weg. und spaeter, noch zauberhafter und atemberaubend zugleich schwammen oder besser segelten fuenf sechs rochen um uns herum. in solchen momenten fuehl ich mich abseit meiner selbst und habe das gefuehl oder mehr noch das beduerfnis, teil dieser atemberaubenden welt zu sein."

das reicht glaub ich mal fuers erste. oder wars schon zu viel? so als kleine wiedergutmachung folgt nun eine geschichte, die ein wenig in richtung klogeschichte geht und euch etwas wegen meiner schwaermerei versoehnlich stimmen soll.

also wir sind jetzt in montañita. ein kleines hippi doerfchen, das wenn die ganzen traumfaenger nicht ueber der strasse haengen wuerden und nicht an jeder ecke ein raeucherstaebchen brennen wuerde, als mallorca in kleinformat durchgehen koennte. als wir ankammen war es gerade mittwoch. also hatte es so kurz vor ostern noch keine leute und wir freuten uns auf ein paar gemuetliche tage am strand. doch weit gefehlt. es wurden immer mehr leute und die meisten kamen noch mit ihren protzcharren und verstopften die ohne hin schon engen gassen. mit jedem touri, der montañita betrat, ging der preis fuer ein zimmer, egal welcher qualitaet, um mindestens einen dollar hinauf. zum vergleich, die ersten drei naechte haben 16 dollar pro nacht gekostet. die drei ueber ostern 40 dollar. und als dank, dass wir so viel bezahlen, wird noch unser zimmer ueberschwemmt. ja genau, unser kleines zimmer, das weder einen stuhl noch einen tisch besass, geschweige denn einen schrank, wurde vom wasser heimgesucht. natuerlich lagen viele sachen auf dem boden... als das mal weggeputzt wurde, gabs nach zuviel wasser nun gar keines mehr. und das hiess, dass unsere geschaefte nicht weggespuehlt wurden. aber eigentlich wars ja egal. denn selbst mit wasser, spuehlte es unsere geschaefte nicht weg. dafuer roch es auf der strasse je naeher es richtung ostern ging nach dem taeglichen geschaeft, der zuvielen leute und hunde. man muss hier noch anfuegen, dass die strassen in montañita nur aus strandsand bestehen, was ja eigentlich schoen waere, wenn nicht hunderttausend leute darueber watscheln, den ersten caipi schon um 10.00 uhr morgens zu sich nehmen und sich einfach nur dooooof auffuehren. ihr seht, ich habe genug. aber ostern ist ja auch schon vorbei.

ach ja, wir haben unseren frust halt einfach im caipi ertraenkt. (einen ging uebrigens an dich mein liebes cloeidi) jedoch erst zum sonnenuntergang.

liebe leute, bald verabschieden wir uns von ecuador und fliegen richtung mexico, so meine kreditkarte es will.

seid lieb zueinander.