Montag, 9. Februar 2009

hector oder der salar von uyuni

hey ist das lange her!!!
wir sind wieder in la paz. doch dazwischen liegen einige interessante geschichten. hier eine kurze zusammenfassung der letzten ereignisse, die eigentlich nichts mit dem heutigen blog zu tun haben.
wir konnten la paz natuerlich nicht verlassen, ohne auf das hoechstgelegene skigebiet der welt zu "wandern". obwohl eigentlich "skisaison" ist in bolivien (was fuer ein witz), von schnee und tragischerweise auch von dem sagenumwobenen gletscher (heisst uebrigens chalcaltaya) keine spur. liegt das vielleicht an der ebenfalls sagenumwobenen klimaerwaermung, die es eigentlich gar nicht gibt? mit einem kleinen VW bus gings also halsbrecherisch auf ueber 5000 meter hoehe. neben duenner luft erwartete uns auch die skihuettedes bolivianischen skiclubs (was fuer ein witz. hat je einer von euch einen bolivianer bei der lauberhorn abfahrt gesehen?) wir schnauften uns hinauf zum hoechsten punkt und genossen die aussicht auf gruene seen und fast blutroten seen (da ist eben eisen drin) und auf ein fabelhaftes panorama.


weiter in der zusammenfassung. naechste station war potosi. doch das leh wer la si. naechste stations sucre. hauptstadt boliviens und fuer uns drei tage lang ein bischen heimat. da wir in einem niedlichen backpacker landeten unter schweizerisch franzoesischer leitung, mit kueche zum benutzen. erwaehnenswert, in sucre hat gerade der karneval begonnen und anstatt mit konfetti, werfen die hier mit wasserballons und gringos, wie wir sind ein beliebtes ziel. so viel dazu. wer mehr infos will, der soll doch eine email schreiben.

kommen wir nun zum eigentlichen thema unseres blog. salar von uyuni. hier vorweg, wir machten eine dreitagestour in den salar, was soviel wie riesige salzpfanne heisst, oder poetischer ausgedrueck, weisses meer.
folgende beschreibung widme ich hector. hector war unser fahrer. hier die noetigsten daten.

alter; 36 jahre, taetig als fahrer seit 21 jahren (konnte der mit 15 also schon autofahren?) musicstil: etwas zwischen saturday night fever und bolivianischem bollywood, auto: der aelteste jeep ueberhaupt. beste eigenschaft: er ist der schnellste. und genau darum lieben wir ihn. wir waren eine truppe von sechs leuten. am ersten tag gings ueber einen eisenbahnfriedhof also zum salar. dieses weisse meer ist etwa 160km lang und 135km breit. ich habe in meinem leben so was noch nie gesehen. (dieser spruch erscheint spaeter nochmals) ueberall weiss und am horizont trifft sich dieses weiss mit dem glasklarem himmelblau. durch dieses endlose weiss konnte man lustige fotos machen. so wie dieses.

mitten in dieser salzwueste gabs dann noch so eine kleine insel, die voll von kakteen war (ich hoffe mal, dass wenn gott einmal auf die erde kommt, dass er nicht drauftritt, denn sonst aua). von da an gings in rasantem tempo nach san juan. man muss sich das so vorstellen. bis zu 20 verschiedene jeeps fahren taeglich diese tour. es hat also an jedem spot jede menge jeeps und noch mehr gringos. uebrigens alle natuerlich echt doof, im gegensatz zu uns. wir starteten also in etwa zur gleichen zeit wie alle anderen und wir hatten auch alle das selbe ziel. nur und jetzt schick ich zum ersten mal ein kuesschen in den himmel, auf das es hector erreichen moege, wir waren mehr als eine stunde vor allen anderen am ziel, sprich bei unserer ersten schlafstaette. wir fuhren rasant auf "strassen", die bei uns nicht mal als schlecht gewartet wanderwege durchgehen wuerden. in san juan erwartet uns ein kleines hostel, das komplett aus salz gebaut war. wir goennten uns ein bierchen oder zwei, spielten karten und fuehlten uns schon heimisch, als die anderen erst ankamen.

am zweiten tag gings morgens um acht uhr, uebrigens eine stunde spaeter als alle anderen, zu verschiedenen lagunen mit verschiedenen flamingos. unser zweites nachtlager erreichten wir natuerlich wieder ueber eine stunde frueher als alle anderen. die lagune colorado. diese liegt auf 4275 meter. adolf unser fueher beschreibt die lagune folgendermassen:" das wasser des ca. 60qkm grossen sees ist aufgrund kupferhaltigen mineralien roetlich gefaerbt, doch man sieht auch algengruen und weisse borax inseln. zusammen mit dem blau des himmels und dem gelbfarbenen andengras eine tolle farbpalette. eingerahmt von vulkanen und schneebedeckten berggipfeln eine einmalige szenerie." ich fuege hinzu: das blass leuchtente rosa der flamingos vervollstaendigte dieses atemberaubende bild, das mit worte nicht zu beschreiben ist, mich jedoch tief in meinem herzen immer begleiten wird. dank hector konnten wir dieses erlebnis fuer uns allein geniessen, da alle anderen doofen jeeps mit doofen gringos noch nicht da waren.


nach einer schlaflosen nacht und einem abscheulichen klo, dass im laufe der nacht nicht sauberer wurde, gings morgens um fuenf uhr, hector sei danke eine stunde spaeter als alle anderen, zu den geysiren von sol de manana. hector ueberholte sie alle und lachte dabei zum takt seines bollywood liedes, dass zum 150mal lief seit wir gestartet sind. praktisch als erste erreichten wir beim erwachen des tages die geysire. hier sage ich nur folgendes "siehe satz oben" (so was hab ich meinen leben noch nie gesehen). es stimmte alles. das licht, die dampfenden erde, die komplette stimmung.
weiter gings im eiltempo zu den thermas de chalviri. und jetzt kuess ich hector in gedanken nochmal und nochmal. als wir ankamen, war die sonne noch nicht richtig aufgegangen, die warme quelle lag menschenleer vor. es war kalt, aber die fast 40 grad der quelle lockten uns dennoch aus unseren kleidern. nur kusi und ich (und irgendso ein bloeder deutscher, den ich schnell vergesse) trauten uns in die quelle. kusi und ich genossen fast zwanzig minuten allein im wasser und betrachteten die aufgehende sonne. einzig gefehlt in diesem magischen moment hat ein glas prosecco. aber eben, es geht nicht immer nur um alkohol.
dann gabs fruehstueck und dann kamen die anderen doofen jeeps mit den anderen doofen gringos und die quelle war schnell ueberbevoelkert.

das letzte highlight war die lagune verde auf 4350 meter hoehe. hier lass ich mal das bild sprechen.


schlussendlich gings wieder zurueck nach uyuni und mit dem nachtbus nach la paz.
ich weiss, liebe leser, diesmal wars etwas schwaermerisch und bildlastig. aber erstens ist es saukalt hier am pc und zweitens sollt ihr ja auch ein bisschen neidisch sein auf uns. aber ich verspreche euch, bald gibts eine kleine zwischenbilanz mit pikanten stories, wo ihr sicher denken werdert, zum glueck bin ich in der schweiz, wo alles seine richtigkeit hat.
hat mich gefreut, bis bald.



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